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Dashcam-Festeinbau: mit diesem Teil geht es ganz einfach

Dashcam Kabelsatz
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Jeder kennt es: das Auto parkt und am nächsten Morgen hat man einen fetten Kratzer oder der Seitenspiegel wurde abgefahren. Um die Übeltäter zu überführen kann man daher das Auto auch beim Parken überwachen.

Achtung! Für das folgende Vorgehen sollte man einen Fachmann konsultieren. Ich übernehme kein Haftung für Schäden an Ihrem Fahrzeug. Ich habe diese Anleitung nach bestem Gewissen verfasst.

Mercedes Stern geklaut

Die Mercedes-Fahrer werden es kennen: Irgendjemand reißt ständig den Stern ab – das kann doch nicht wahr sein. Wer macht sowas? Auch hierfür eignet sich das dauerhafte Filmen sehr gut, um den Langfinger zu überführen.

Für das dauerhafte Filmen gibt es ein paar geeignete Dashcams die beim Parken aufzeichnen können. Dabei wird oft erst dann gefilmt, wenn eine Bewegung erkannt wurde oder die Framerate wird von 30 auf 1 Frame/Bild pro Sekunde runter gestellt, damit der Speicher nicht so voll läuft.

Filmt auch beim Parken

Für diese Anleitung nehme ich die Street-Guardian Dashcam, da sie über eine Heckkamera verfügt und sehr unauffällig ist. Entscheidend ist nun, dass die Dashcam permanent mit Strom versorgt wird. Also auch dann, wenn der Motor aus ist. Hierfür muss sie mit der Fahrzeugelektronik per Dauerplus verbunden werden. Stünde das Auto nun dauerhaft rum, wäre die Batterie irgendwann entladen. Damit das nicht passiert, muss ein Batteriewächter dazwischen gesteckt werden, der die Batteriespannung überwacht und die Dashcam abschaltet, wenn eine kritische Spannungsschwelle unterschritten wird. Daher ist es also durchaus wichtig, dass das Auto regelmäßig bewegt wird!

1. Anleitung Dashcameinbau

Für die direkte Stromversorgung mit dem Auto empfehle ich den Zugang zum Sicherungskasten. Bei vielen Autoherstellern befindet er sich direkt im Innenraum. Erkundigt euch, wo er bei eurem Fahrzeug ist. Habt ihr ihn gefunden, müsst ihr jetzt noch herausfinden, welcher Steckplatz Dauerstrom liefert. Das steht im Sicherungsplan.

Treffer: Dieser Steckplatz liefert Dauerstrom

Gibt es den nicht, nutzt man dafür ein digitales Multimeter-Messgerät. Das würde ich euch aber in jedem Fall empfehlen, um auf Nummer sicher zu gehen! Das Rad stellt man auf V 20. Das rote Kabel kommt unten rechts in “V” rein und das schwarze in “COM”. Nun nimmt man das schwarze Kabelende und hält es an die Karosserie. Denn die stellt einen guten Minuspol dar. Achtet darauf, dass die Stelle nicht lackiert ist. Wenn das nicht der Fall ist, nehmt ein Schleifpapier und entfernt an dieser kleinen Stelle den Lack um die Leitfähigkeit zu gewährleisten. Das rote Kabel haltet ihr nun an jede Sicherung. Die Sicherungen haben dafür einen kleinen Schlitz, der zum Messen gedacht ist.

Hier wir das rote Kabelende für den Prüfer rangehalten

Wenn ihr es richtig anstellt, werden 12V auf dem Display angezeigt oder eben 0V. Hat man 12V gefunden, kann man davon ausgehen, dass hier Dauerstrom fließt. Diesen Steckplatz nehmen wird also für die Festverkabelung. Sofern euer Kabelsatz noch ein drittes Kabel besitzt (meist gelb), wird dieses für Zündungsstrom benutzt (auch ACC genannt). In dem Fall könnt aber müsst ihr das dritte Kabel nicht nutzen. Wenn ihr es nutzen wollt, müsst ihr noch einen Steckplatz mit Zündungsplus ermitteln. Das geht am besten wenn 0V angezeigt wird solange der Wagen aus ist. Macht ihn an und wenn der Steckplatz dann 12V anzeigt, handelt es sich um Zündungsstrom.

Für das weitere Vorgehen gibt es zwei Varianten.

2. Batteriewächter einrichten

Variante A: fertiges rundum sorglos Paket

Es gibt bereits fertig konfektionierte Batteriewächter mit Mini-USB, wo man im Grunde kein weiteres Werkzeug benötigt. Hier ist der Stromdieb mit Sicherung bereits mit dem Batteriewächter verkabelt. Das ist natürlich sehr bequem. Ihr müsst aber darauf achten, dass der Sicherungsstecker bei euch passt. Eventuell ist er zu klein/groß. Außerdem muss die Dashcam über einen Mini-USB-Anschluss verfügen. Falls nicht, gibt es einen alternative Batteriewächter mit Micro-USB und verschiedenen Adaptern. Hier sind sogar verschiedene Flachsicherungsstecker dabei und man kann je nach Bedarf die Komponenten werkzeugfrei zusammenstecken. Das ist natürlich die nahezu perfekte Lösung. Wer sich für diese Lösung entscheidet, kann direkt zum 3. Punkt springen!

Werkzeugfreies Komplettpaket

Variante B: individueller Anschluss

Ansonsten sorgt man selbstständig für die passende Verbindung, indem man sich die Steckverbindung mit geeignetem Werkzeug selbst zusammen baut. Das habe ich gemacht, da ich sämtliche Materialien sowieso schon vorrätig hab.

  1. Stromdieb für Sicherungskasten
    Zum einfachen Strom-Abgreifen aus dem Sicherungskasten. Achtet darauf, dass es die richtige Größe ist. Mit der beiliegenden gelben Klammer lässt sich die vorhandene Sicherung entnehmen.
  2. Falls die Dashcam einen Mini-USB-Anschluss besitzt: Batteriewächter mit Mini-USB
    Falls die Dashcam einen Micro-USB-Anschluss besitzt: Batteriewächter mit Micro-USB
    Der Wächter überwacht die Spannung der Batterie und schaltet die Dashcam automatisch ein/aus.
  3. Crimpzange mit Ader-Endhülsen
    Damit werden die Adern vom Batteriewächter sauber zusammengehalten.
  4. Quetschverbinder
    Der Quetschverbinder sorgt für eine bequeme Steck-Verbindung zwischen Batteriewächter und Stromdieb.

3. Batteriewächter verbinden

Das schwarze Kabel vom Batteriewächter wird an ein Karosserieteil montiert. Verlasst euch aber nicht auf die Farben – achtet auch auf die Beschriftung. Schwarz ist in der Regel Erdung oder GROUND. Dafür haben die Autohersteller in der Regel schon Gewinde angeschweißt, die extra dafür gedacht sind. Schau danach. Bei unserem Fahrzeug befindet sich solch ein Gewinde direkt neben dem Sicherungskasten. Einfach die Schraube lösen, die Kabel bzw. Ringfassung vom schwarzen Kabel einschieben und wieder festschrauben. Nun fehlt noch Dauerstrom und optional Zündungsstrom. Zuvor haben wir beide Steckplätze bereits ermittelt. Man entnimmt die entsprechende vorhandene Sicherung und der Batteriewächter mit Kabeldieb wird stattdessen reingesteckt. Die alte Sicherung wird in den Stromdieb reingesteckt. Das war schon alles. Nun noch ein Funktionscheck ob alles funktioniert. Also das USB-Kabel vom Wächter in die Dashcam stecken und wenn sie einschaltet, funktioniert es wie zu erwarten. Achtet auch noch unbedingt darauf, dass die Funktion, die vom Hersteller an dem Steckplatz gesichert ist, ebenfalls noch funktioniert! Bei uns war es der hintere Fensterheber!

4. Dashcam-Kabel elegant verlegen

Für das weitere Vorgehen ist nun viel Feingefühl und Geduld gefragt. Die Kabel für Front- und Heckkamera müssen vorsichtig unter der Fahrzeuginnenverkleidung verlegt werden. Viele Teile sind gesteckt. Daher muss man aufpassen, dass die Halteklammern nicht abbrechen.

Mit Hebelwerkzeug kann man die Abdeckungen vorsichtig leicht anheben und das Kabel darunter verstauen. Je nach Fahrzeugmodell geht das mal einfacher und mal schwerer. Wir sind vom Rückspiegel oben rechts zur A-Säule gegangen und dann runter zum Beifahrerfußraum. Hier gab es keine einfache Möglichkeit, das Kabel zu verstauen. Also haben wir noch dezente Klebepads benutzt, die bei teuren Dashcams beiliegen, um das Kabel zu fixieren und zum Sicherungskasten beim Lenkrad zu führen. Wer diese Klebepads nicht hat, kann sie nachkaufen.

Gerade das Verlegen der Heckkamera ist verhältnismäßig aufwändig wenn man es möglichst perfekt gestalten möchte. Denn das Kabel zur Heckkamera geht ja von der Frontkamera aus. Man startet also wieder vom Rückspiegel. Wir haben es über drei Wege probiert: einmal direkt durch den Dachhimmel, was der kürzeste Weg wäre. Leider sind wir hier gescheitert. Der zweite Weg wäre hin zur A-Säule und dann unten lang über B-Säule zur C-Säule. Wir haben letztendlich den dritten Weg gewählt: Ebenfalls zur C-Säule aber über A- und B-Säule oben lang! Denn oben sind wir ja schon und wollen wir auch bleiben. Das hat für das Fahrzeugmodell am besten geklappt und hat trotzdem in Summe 90 Minuten gedauert. Kennt man sein Auto in- und auswendig, geht das sicherlich um einiges schneller.

Von nun an filmt die Dashcam auch dann, wenn das Auto parkt. Wie sind eure Erfahrungen mit dem Einbau? Lasst es mich wissen.

 

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Meine persönliche Empfehlung besitzt eine sehr gute Bildqualität, GPS und ist sehr klein und handlich.

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Autor:

Nic

Dashcamexperte

Beitrag vom 15.10.2018

Du hast Fragen oder Erfahrungen?

Cooler Beitrag. Werde ich auch mal ausprobieren

Roberto Geissini,

direkt antworten

Hallo, bin ein absoluter Laie beim “Basteln” und speziell beim Auto. ABER: Mir hat heute ein Unbekannter in unserer Tiefgarage meine Motorhaube zerkratzt. Natürlich ist der Täter leider bisher unbekannt. Ich vermute einen Racheakt und vermute weiter, dass der Täter das nochmals macht, wenn nicht sogar öfter. Deshalb möchte ich mir eine ständig aufnehmende (der nächsten FRONT und ggf. SEITEN-UMGEBUNG – nicht HINTEN, das Auto parkt mit dem Heck ganz nahe der Tiefgaragenwand) Kamera ins Auto einbauen lassen, die den Täter filmt – beim nächsten Vorgehen, gegen mein Auto. Nun ist es in unserer Tiefgarage trotz ständigem Notlicht, sehr dunkel. Mit einer normalen Kamera wird dann wohl die Filmaufnahme nichts werden. Denn Einbau müsste ich dann wohl in einer Werkstatt machen lassen ? Welche Kamera würden Sie mir dann bei meinem leider knappen Budget empfehlen und was müsste ich wohl dafür ausgeben – auch für den Einbau? Über Ihre Hilfe und Infos würde ich mich sehr freuen. Dafür besten Dank im Voraus – Andy

Andi Bublitz,

direkt antworten

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