Im Test: iTracker GS6000-A12 – jetzt mit Wifi und 2K-Auflösung

Das Modell iTracker GS6000 ist schon seit Jahren äußerst beliebt. Dank großem Display, robustem Saugnapf, GPS und hervorragender Bildqualität ist diese Dashcam schon seit 2013 auf dem Markt. Nun gibt es eine Neuauflage mit neuem leistungsstarkem Prozessor und Wifi-Konnektivität. Zu erkennen ist dies an dem Zusatz "A12", was für den Ambarella A12L55 Prozessor steht.

Die internen Werte sind eigentlich auf dem ersten Blick nur behutsam geändert worden. Denn wieso sollte man ein gut laufendes Produkt komplett neu erfinden? Evolution statt Revolution ist hier wohl das Motto gewesen.

  • FullHD Aufnahmen mit bis zu 60fps
  • oder 2K (2560×1440) mit 30fps
  • GPS
  • 126° Weitwinkel
  • Loopfunktion
  • großes 2,7″ Display
  • Wifi mit App für iOS und Android
  • Mikrofon und Lautsprecher
  • Bewegungssensor
  • Akku mit 250mAh
  • Beschleunigungssensor
  • AV-Out/HDMI-Out, USB-Anschluss

Im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, dass der Weitwinkel reduziert wurde. Nun war er vorher mit 170° auch extrem und neigte zu Verzerrungen. Daher begrüße ich den nun geringeren Weitwinkel, der aber noch groß genug ist, um die Sicht nach rechts und links aufzunehmen.

Lieferumfang

  • Dashcam mit Saugnapf
  • Autoladekabel
  • USB-Kabel und USB-Adapter
  • Kabelführungen

Altbewährt ist das Zubehör. Der Saugnapf beinhaltet den GPS-Empfänger und die Kabel sind großzügig bemessen. Die Anschlüsse der GS6000-A12 sind unverändert.

Nun wieso ist diese Dashcam seit Jahren so beliebt? Sie liegt auffällig gut in der Hand. Das Display ist groß und die Menüführung dank logisch angeordneten Tasten einfach zu bedienen. Die Übersetzung ins Deutsche ist tadellos und die beiliegende, deutsche Bedienungsanleitung hilft zur Not weiter. Das Gehäuse ist matt schwarz und dadurch trotz der breiten Maße sehr unauffällig. Der Saugnapf ist kompakt und lässt sich auch an sehr steilen Windschutzscheiben (etwa bei einem LKW) gut ausrichten. Eigentlich befürworte ich ja Dashcams mit Klebehalterungen, da sich Vibrationen der Straßen weniger drastisch im Bild auswirken. Aber gerade Berufskraftfahrer oder Leasingfahrzeuge benötigen eine Dashcam mit Saufnapf – da ist die GS6000-A7 wohl die beste Wahl. Dank dem 3,5 Meter langem Stromkabel und den Kabelclips, lässt sich die Dashcam unkompliziert und halbwegs elegant an der Scheibe montieren. Sobald Strom anliegt, schaltet sie extrem fix ein und beginnt die Aufnahme in rekordverdächtigen fünf Sekunden.

Dashcam mit 2K-Auflösung

Was ist das denn für eine Auflösung? Nach FullHD kommt doch eigentlich 4K möchte man meinen. Bei iTracker gibt es aber noch etwas dazwischen. 2K bedeutet hier 2560×1440 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Das erzeugt zwar nominell größere Aufnahmen aber die nehmen auch mehr Speicherplatz ein. Und soviel nehme ich schon einmal vorweg: ich finde nicht, dass das Bild tatsächlich mehr Details offenbart als bei FullHD. Daher genügt die klassische FullHD-Auflösung allemal. Außerdem wird nehmen der Wunschauflösung auch noch eine weitere, kleinere Filmdatei parallel erzeugt, die vermutlich für die Wifi-Übertragung genutzt wird. Eine große Speicherkarte sollte hier also definitiv dazu gekauft werden!

Dashcam mit großem Display und GPS

Das Display ist für eine Dashcam schon einmalig. Es ist einfach riesig! Rechts und links davon befinden sich jeweils zwei Tasten, die die bequeme Nutzung vom Menü steuern. Die Benutzung ist selbsterklärend. Da das Menü schon vorkonfiguriert ist, braucht die Dashcam eigentlich nur Strom und schaltet alleine ein. Nach drei Minuten schaltet zwar das große Display aus aber die Aufnahme läuft im Hintergrund weiter. Das ist sinnvoll, denn das große Display würde wohl nur vom Autofahren ablenken. Aber keine Sorge – wer darauf besteht, kann das Display auch die ganze Zeit eingeschaltet lassen.

Das GPS-Empfänger sitzt in der Saugnapfhalterung und dokumentiert zurückgelegte Strecke, Ort, Zeit und Geschwindigkeit. Praktischerweise werden Datum und Uhrzeit automatisch vom GPS bezogen und zu den Aufnahmen gespeichert. Man muss also die Uhrzeit nicht noch separat einstellen. Diese Daten lassen sich dann später in der Abspielsoftware einsehen oder direkt ins Bild schreiben.

Filmt immer und unendlich

Wie jede Dashcam filmt auch diese stets und kontinuierlich. Dabei werden standardmäßig einzelne Filme auf der Speicherkarte geschrieben, die nur eine Minute lang sind. Und zwar solange bis die Speicherkarte voll ist. Tritt das ein, wird nämlich die älteste Aufnahme überschrieben und so entsteht eine endlose Aufnahme. Manchmal gibt es natürlich auch Momente, wo diese Funktion wichtige Aufnahmen überschreiben könnte. Sollte es zu einer kritischen Situation kommen, drückt man einfach die “M”-Taste unten rechts vom Display und die aktuelle Aufnahme wird vom besagtem Überschreiben geschützt! Das lässt sich auch teilautomatisieren. Dank Beschleunigungssensor können holprige Situationen durch drei Empfindlichkeitsstufen erkannt werden und automatisch geschützt werden. Im schlimmsten Fall gibt es also einen Unfall mit Aufprall und die Dashcam würde dann die Aufnahme sicher speichern.

Aufnahmen auswerten

Zur Auswertung der Aufnahmen gibt es mehrere Möglichkeiten. Je nach Situation und persönlichen Vorlieben kann man folgendermaßen vorgehen, wobei ich die letzte Methode nicht empfehlen würde.

Wiedergabe auf dem integrierten Display

Natürlich lassen sich die Aufnahmen auf so einem großen Display gut darstellen. Die Dashcam lässt sich einfach vom Saugnapf abziehen und liegt dann wie ein kleiner Controller in der Hand und gestatten die Betrachtung der Aufnahmen. Feine Details sind dann natürlich nicht erkennbar und die Bedienung ist auch weniger komfortabel.

Verbindung per Wifi

Neu ist die Wifi-Funktion. Mit der App für iOS und Android kann man sich per Wifi mit der Dashcam verbinden und die Aufnahmen direkt auf sein Smartphone runter laden. Theoretisch kann man die Aufnahmen dann gleich per WhatsApp oder Facebook teilen oder das Bild per Livestream übertragen. Allerdings ist die App für iOS für mich nicht nutzbar, da sie komplett in chinesisch ist – wieso testet das iTracker nicht besser? Ärgerlich! Ich denke, diese Funktion werde ich mit einem App-Update noch nachreichen! Vielleicht gibt es jemanden unter euch, der sie erfolgreich mit Android nutzen kann und mag davon berichten! Update: Der Hersteller verspricht, ein iOS-Update der App kurzfristig zu liefern. Der Test wird dementsprechend noch mal aktualisiert.

Speicherkarte entnehmen

Die wohl gängigste Methode ist es, die Dashcam im Auto zu lassen und nur die kleine Speicherkarte zu entnehmen und dank beiliegendem Speicherkartenleser am Rechner einzuschieben. Auf der Speicherkarte findet sich auch eine Referenzdatei, die zu Firmwareupdates, Anleitung und Abspielsoftware verlinkt.

Dashcam am Rechner anschließen

Natürlich kann man auch die Dashcam aus dem Auto mitnehmen und per USB-Anschluss direkt mit dem Computer verbinden. Diese Methode würde ich aber nur demjenigen Empfehlen, der keinen Speicherkartenleser hat. Die Gefahr, die Dashcam zu vergessen und ohne los zu fahren ist einfach zu hoch. Und bei der erneuten Montage müsste man die Dashcam ja ständig neu ausrichten.

Der beiliegende Player in Version v1.9 ist zumindest am Mac ziemlicher Schrott. Ich kann ihn in keiner Weise empfehlen. Innerhalb des Players stellt sich das Betriebssystem auf chinesisch um. Die Bedienung ist hakelig und auf dem Bild liegt eine schwarze Fläche, was die Nutzung unmöglich macht. Ich empfehle hierfür dann lieber den bewährten Dashcam Viewer, den es auch in einer kostenlosen aber abgespeckten Version gibt:

Dashcam mit sehr guter Bildqualität

Die GS6000-Dashcam hat sich schon immer durch ein sehr gutes Bild vom Wettbewerb abgehoben. Nun wurde mit dem neuen “A12”-Modell noch mal die Messlatte angehoben. FullHD-Aufnahmen sehen sehr knackig und scharf aus – fast schon zu scharf für meinen Geschmack. Die Nachtaufnahmen haben mich etwas überrascht. Sie sehen sehr bunt aus. Reflexionen, Lichter und Spielgelungen sehen viel intensiver aus, als in der Realität. Ich würde es nicht unbedingt als nachteilig empfinden aber es sieht schon recht unrealistisch aus. Aber die Feinheiten lassen sich trotzdem gut erkennen.

Wie eingangs erwähnt lohnt es nicht, die höchste Auflösungsstufe von 2560×1440 Pixeln zu wählen, da das Bild in den Details nicht spürbar detaillierter wirkt. Ich bevorzuge lieber FullHD mit 60FPS statt 30FPS – also der doppelten Bildrate. Dadurch sehen die Filme sehr “weich” und flüssig aus. Eine Aufnahme in dieser Auflösung, die eine Minute lang geht, wird ungefähr 170Megabyte groß. Dazu kommt dann noch die kleinere Aufnahme, die automatisch für den Wifi-Stream erzeugt wird, mit ca. 22 Megabyte. In Summe sind das also ca. 200 Megabyte pro Minute. Nimmt man eine 128GB-Speicherkarte, die die Dashcam problemlos unterstützt, werden insgesamt ca. 10 Stunden Film aufgenommen. Wie gesagt: ist die Karte voll, wird der älteste Film überschrieben.

iTracker gibt übrigens an, dass SanDisk-Karten nicht unterstützt werden und rät zu den günstigen Samsung EVO-Karten ! Die kann ich ruhigen Gewissens empfehlen.

Fotos iTracker GS6000-A12:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit iTracker GS6000-A12


Sehr handliche Dashcam mit sehr guter Bildqualität, großem Display und neuerdings mit Wifi. Leider ist die beiliegende Software und die App für Wifi nicht empfehlenswert. Die Wifi-Funktion kann man gegenwärtig noch nicht wirklich nutzen.

Man erhält das Gerät aktuell für EUR 159,99 bei Amazon.
Im Schnitt haben dort 1204 Kunden 4.5 von 5 Sternen Sterne vergeben.



Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.