Nextbase 612GW 4K Dashcam – der Marktführer kommt nach Deutschland

Nextbase ist in Deutschland eine noch unbekannte Marke. Doch dies soll sich nun schleunigst ändern. Die Nextbase 612GW flankiert dabei das obere Ende der Dashcam-Palette. Mit 4K-Auflösung konkurriert sie mit Blackvue. Doch ist sie auch so gut?

Die Firma Nextbase hat den Ursprung in Großbritannien und arbeitet dort wohl schon mit 41 der größten Versicherungsanbietern zusammen. Laut der Handelsanalyse GfK ist Nextbase mit über 80% Anteil im Dashcamsegment der Marktführer. Es wird also allerhöchste Zeit, dass sie nun auch in Deutschland Fuß fasst. In diesem Test muss sich die Nextbase 612GW zwangsläufig mit der Blackvue DR900S-2Ch messen lassen. Denn das war bisher die erste und einzige Dashcam mit beeindruckender 4K-Auflösung. Fangen wir mit den Funktionen an.

  • UHD (3840×2160 Pixel) mit 30fps
  • Sony Exmor R Sensor
  • GPS
  • 128 GB Support
  • WiFi mit App
  • 150° Weitwinkel
  • Lautsprecher für Sprachausgabe
  • Beschleunigungssensor
  • Mikrofon

Genaue Angaben zur Sensorgröße fehlen leider. Ich betreibe die Dashcam mit einer 64GB-Karte aber ich würde zu 128GB raten, denn die gespeicherten Aufnahmen werden sehr groß. Doch dazu später mehr.

Lieferumfang

  • Dashcam mit Klebepad oder Saugnapf
  • Bedienungsanleitung
  • Stromkabel und USB-Kabel

Viel gibt es nicht dazu. Eine Speicherkarte muss man separat erwerben. Immerhin hat man die Wahl zwischen der Festmontage mit Klebehalterung oder einem Saugnapf. Das finde ich grandios. Denn oft fällt bereits hier die erste Kaufentscheidung. Grundsätzlich würde ich nämlich zur Klebehalterung raten, da sich dies positiv auf die Bildqualität auswirkt und eine ordentlich angebrachte Klebehalterung nicht abfällt. Doch der Saugnapf ist natürlich sehr flexibel und prima für Miet- oder Firmenfahrzeuge geeignet. Eine detaillierte, deutsche Bedienungsanleitung fehlt leider aber die lässt sich als PDF-Datei bei Nextbase runter laden.

Einfache Dashcam-Installation

Für meinen Test greife ich zum Saugnapf. Der GPS-Empfänger befindet sich im Kugelgelenk, das einfach per Magnetismus in der Dashcam einschnappt. Das Gehäuse ist teilweise aus Aluminium was sicherlich der passiven Kühlung dient und auch noch gut aussieht. Das fühlt sich sehr gut an und macht einen hochwertigen Eindruck. Hier kann Nextbase bereits punkten. Der Saugnapf sitzt sehr fest und es ist eine fast senkrechte Montage möglich – dies ist für Lkw-Fahrer wichtig. Das beiliegende lange Netzteil muss zwangsläufig genutzt werden: Ich habe es erst mit einem universellen Netzteil probiert, aber die Dashcam blieb aus. Erst mit dem Nextbase-Netzteil schaltet die Dashcam ein. An dem Netzteil hängt ein Entstörungsmagnet, den man aber entfernen kann. Das Kabel ist lang genug um es elegant im Fahrzeug zu verlegen. Nach ca. acht Sekunden schaltet die Dashcam ein und startet die Aufnahme, was einen guten Wert darstellt und deutlich schneller als Blackvue ist.

Die Dashcam ist schon vorkonfiguriert und beginnt mit der automatischen Aufnahme. Änderungen oder Einstellungen lassen sich auf den ersten Blick nicht aufrufen, denn die Dashcam besitzt nur zwei Tasten: die Power- und die Notfalltaste. Doch beides braucht man in der Regel nicht, denn sie schaltet ja wie gesagt automatisch ein und auch wieder aus. Und die Notfalltaste betätigt man nur, wenn man nicht möchte, dass eine Aufnahme versehentlich überschrieben wird. Wie kommt man also an die Einstellungen? Ganz einfach per Touchscreen! Man tippt das Display an und es erscheint ein kleines Menü in dem man die aktuelle Aufnahme stoppen bzw. wieder starten kann. In diesem Menü gibt es auch ein Zahnrad, das zu den diversen Einstellungsmöglichkeiten führt. Diese Bedienung am Display funktioniert sehr gut, da die Touchbereiche großzügig dimensioniert sind und das Display auf Tippen zuverlässig reagiert. Auch hier kann Nextbase ggü. Blackvue punkten.

Dashcam mit Wifi-Verbindung

Die Nextbase-Dashcam besitzt Wifi. Hierzu muss das Menü aufgerufen werden, die aktuelle Aufnahme gestoppt werden und dann das Wifi-Symbol drei Sekunden lang gedrückt gehalten werden. Darauf hin erscheint die SSID und das Passwort (12345678). Für die Verbindung benötigt man den Nextbase Cam Viewer für iOS oder Android. Hat man die App installiert, verbindet man sich mit dem soeben aufgebauten Wifi der Dashcam. Anschließend kann man die App starten und nach wenigen Sekunden hat man das Livebild der Dashcam auf dem Smartphone. Die Verzögerung geht mit zwei bis drei Sekunden voll in Ordnung. In der App kann man ebenfalls gespeicherte Aufnahmen betrachten und aufs Smartphone runter laden. Sämtliche Einstellungen am Gerät lassen sich auch direkt in der App im Aufklappmenü (oben links) aufrufen.

Leider wirkt die App recht instabil und hängt sich gerne mal auf. Ich nutze zum Testzeitpunkt ein iPhone 7. Ich hoffe, die Probleme werden zeitnah behoben. Vergleichbare Probleme kenne ich in der Blackvue-App nicht.

Dashcam mit Ultra-HD Auflösung

Die Nextbase 612GW erstellt Aufnahmen mit 4K-Auflösung. Darunter versteht man die vierfache Auflösung von FullHD, nämlich 3840 x 2160 Pixeln. Nextbase speichert diese Aufnahmen mit einer Datenrate von 45 MBit pro Sekunde und im H.264 Codec, was im Grunde dem Standard entspricht. Leider entstehen dabei recht große Dateien. Die Aufnahmen sind jeweils eine Minute lang und ca. 350 MB groß. Ausgehend von einer 64GB-Speicherkarte, werden ungefährt 3h Filmmaterial gesichert. Das ist ein bisschen wenig. Daher rate ich zur 128GB-Speicherkarte. Hierbei ist es wichtig, eine Speicherkarte mit U3 zu wählen, um die großen Dateien zuverlässig in der kurzen Zeit zu schreiben. Zum Vergleich: Blackvue setzt auf den Nachfolger-Codec H.265 bzw. HVEC. Dabei sind die Dateien jeweils deutlich über 100 Megabyte kleiner! Das ist schon ein signifikanter Unterschied. Der neuere Codec arbeitet einfach effizienter und kommt mit 25 Mbit Datenrate aus. Bleibt zu hoffen, dass das etwas ist, was Nextbase mit einem Firmware-Update verbessern kann.

Aufnahmen auswerten

Die Aufnahmen lassen sich mit dem allseits beliebten Dashcamviewer problemlos auswerten. Metadaten wie Geschwindkeit und Lage werden präzise dargestellt. Genau so gut bzw. besser ist aber die “Nextbase Replay” Software, die man bei Nextbase runterladen kann. Hier kann man nicht nur die Aufnahmen betrachten sondern auch die Dashcam-Firmware updaten. Darüber hinaus bietet die Software auch sehr bequeme Möglichkeiten, Videos zu bearbeiten. Ein mehrstufiger Assistent führt kinderleicht durch die diversen Schritte wie “Videos verbinden”, “schneiden” oder “Bilder mit Anmerkungen versehen”. Klarer Punkt für Nextbase.

Sehr gutes Bild am Tag

Die 4K-Auflösung kommt tagsüber am besten zur Geltung. Das Bild ist sehr scharf und gut belichtet. Hier kann Nextbase richtig punkten und zeigen, was sie drauf hat. Einzig störend sind die Reflexionen vom Armaturenbrett, die sich durch die detaillierte Aufnahme und dem starken Sonnenlicht bemerkbar machen. Scheinbar ist dies der komplexen Linsenkonstruktion geschuldet. Dabei besitzt die Nextbase Dashcam von Hause aus einen Polfilter, der vor der Linse sitzt und solche Reflexionen eigentlich eliminieren soll. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie die Aufnahmen ohne diesen Filter aussähen.

Die Euphorie bei den Tagesaufnahmen kann leider nachts nicht aufkommen. Hier sind die Aufnahmen zu meiner Verwunderung ziemlich unscharf und verrauscht. Das Bild hat insgesamt einen ziemlich starken gelb/grün-Stich. Komisch – wie kann das sein? Möglicherweise stört hier der Polfilter. Nextbase muss hier nachliefern um mit Blackvue auf Augenhöhe zu sein.

Übrigens wird die Dashcam erstaunlich heiß – also richtig heiß! So heiß, dass ich sie nicht durchgehend in der Hand halten könnte. Ich habe sie tagsüber auf Mallorca benutzt. Da ist es klar dass bei der Sonne und bei den Temperaturen viel Hitze entsteht. Aber selbst Abends in meinem Büro wird sie unangenehm warm. Und das obwohl sie gar nicht filmte. Ich bin auf eure Langzeiterfahrung gespannt!

Im Ergebnis liefert Nextbase eine richtig gute Dashcam, die sich universell einsetzen lässt. Der Preis ist fair bemessen und die Bedienung dank großem Display und Touchscreen sehr einfach. Wer auf ein Display verzichten kann und einen Saugnapf benötigt, sollte unbedingt zur Nextbase Dashcam greifen. Alle anderen sind mit der Blackvue Dashcam bestens bedient – diese kostet aber auch deutlich mehr.

 

Fotos Nextbase 612GW:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit Nextbase 612GW


Sehr gute universelle Dashcam, die dank Saugnapf oder Klebehalterung in nahezu jedes Auto passt. Die Bedienung ist dank großem Touchscreen sehr einfach.

Man erhält das Gerät aktuell für EUR 259,00 bei Amazon.



Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.