iTracker mini0906 Dashcam – endlich mit FullHD-Heckkamera!

Die iTracker mini-Modelle erfreuen sich ja bereits seit diversen Modellgenerationen großer Beliebtheit. Zwei Kritikpunkte bzw. Wünsche kamen immer wieder in den Kommentare auf: 1. die Kamera sei unzuverlässig und 2. man wünscht sich eine Heckkamera. Erste gute Nachricht: Nun gibt es eine Heckkamera!

Nun das hat ja reichlich lange gedauert. So gab es schon sehr lange das Bedürfnis, nicht nur das Auto nach vorne zu filmen sondern auch nach hinten. Aber iTracker hat sich wohl gedacht, wenn man es umsetzt, dann richtig! Denn die Heckkamera kommt mit einer FullHD-Auflösung daher und ist dabei extrem klein und flexibel. Das Objektiv lässt sich in der kleinen Halterung neigen. Doch dazu später mehr.

  • Auflösung: FullHD vorne/hinten
  • jeweils 2 MegaPixel Sony-Sensor
  • 130° (vorne) und 145° (hinten) Weitwinkelobjektiv
  • microSD Slot für Speicherkarten bis 128GB
  • GPS im Sockel
  • abschaltbares Mikrofon und Lautsprecher
  • Bewegungssensor & Beschleunigungssensor
  • 1,5″ Display
  • Integrierter Kondensator, kein Akku
  • HDMI-Out TV-Ausgang, 3x Micro-USB-Anschluss
  • 1x Mini-USB-Anschluss für Heckkamera
  • Parkwächter-Funktion

Auffällig: SuperHD oder gar 4K-Auflösung gibt es nicht (mehr). Ein integrierter Akku wurde auch gestrichen und durch einen Kondensator ersetzt. Ähnliches Prinzip kennt man von den Backvue-Dashcams. Sie speichern gerade so viel Strom, dass die Kamera sauber runterfahren kann.

Lieferumfang:

  • Dashcam vorne und hinten
  • Verbindungskabel für Heckkamera (6 m)
    GPS-Sockel
    Autoladekabel für den Zigarettenanzünder (3 m)
  • Hardwire Kit für Parkwächter-Funktion
  • USB-Kabel für Computer
  • Fernbedienung
  • Ersatzaufkleber für die Kamerahalterung
  • Reinigungstuch für die Linse
  • Keilförmige Halter mit 2° und 4°
  • Montagezubehör
  • Bedienungsanleitung in Deutsch!

Der Lieferumfang ist bei iTracker wie immer sehr üppig. Es liegt alles dabei, was man braucht. In der Vergangenheit hat sich allerdings gezeigt, dass iTracker gerne beim Lieferumfang variiert. Gut möglich, dass bei dem ein oder anderen Kauf das Zubehör abweicht. NEU: Es liegt eine Fernbedienung dabei mit nur einer Taste. Sie funkt kabellos und erstellt einen Screenshot und schützt die laufende Aufnahme vor dem Löschen bzw. Überschreiben!

Installation mini 0906

Die mini 0906 setzt nach wie vor auf eine Klebehalterung, in der auch das GPS-Modul verbaut ist. Die Halterung hat sich zwar in der Vergangenheit bewährt, war aber leider immer recht wackelig. Die Kontakte saßen nie wirklich fest. Dies wurde deutlich verbessert. Die Kamera sitzt richtig stramm und ich fühle keinen Millimeter Spiel mehr! Dementsprechend kräftig muss man auch beide Komponenten voneinander trennen. Aber in aller Regel sollte die Dashcam ja permanent im Auto bleiben. Ich habe Sie direkt hinter bzw. vor dem Rückspiegel geklebt, wo sie aus Fahrersicht komplett verschwindet. Manchmal ist dies aber nicht jedem Autofahrer möglich und er muss sie sehr weit am Rand kleben, so die Scheibe stark gekrümmt ist. Diese Krümmung lässt sich mit anschraubbaren Unterlegkeilen kompensieren. Da es nun eine Heckkamera gibt, muss diese logischerweise an die Hauptkamera angeschlossen werden. Das beiliegende USB-Kabel ist zwar angenehm lang aber auch ziemlich dick. Das hat zur Folge, dass es recht unflexibel und schwer ist. Das Kabel muss unbedingt irgendwie nach oben geführt werden. Zum Beispiel entlang der Fuge zwischen Frontscheibe und Dach. Denn wenn man das Kabel einfach hängen lässt, fällt die Frontkamera durch die Zugkraft irgendwann ab – ich spreche aus Erfahrung. Diese Kraft muss man also irgendwie abfangen. ITracker legt genug Klebepads und Kabelführer dabei, um die Kabel entsprechend zu fixieren.

Zum Schluss braucht die Kamera logischerweise noch Strom. Diesen kann durch drei Möglichkeiten einspeisen:

  1. Durch das beiliegende Kabel mit Zigarettenanzünder-Anschluss
  2. Durch den Festeinbau mit dem Hardware-Kit (siehe unten)
  3. Durch den Anschluss per USB direkt am Fahrzeug (bei VW Polo 6R problemlos möglich)

Das andere Ende steckt man in den GPS-Sockel. Genial: Dieser hat zwei Anschlüsse, je nach dem aus welcher Richtung das Kabel kommt, sucht man sich einen aus. Darauf hin schaltet die Dashcam ein und fährt unheimlich schnell hoch. Es dauert keine fünf Sekunden bis sie anfängt aufzunehmen. Das ist Rekord!

Kleine Dashcam mit GPS

Natürlich gibt es nach wie vor GPS. Standort und Geschwindigkeit werden so auf Wunsch und standardmäßig auf die Filme geschrieben. Die GPS-Daten werden zumindest bei meinem Testgerät noch zusätzlich als .log-Dateien im GPS-Ordner der Speicherkarte gesichert. Die Verbindung zum GPS-Satelliten dauert leider oft sehr lange. Ich habe Verbindungszeiten von bis zu 5 Minuten beobachtet. Zur Auswertung der Routen und Filme muss man noch eine Abspielsoftware installieren. Als Macnutzer kann ich den Dashcamviewer empfehlen.

Ich gebe zu, der Dashcamviewer sieht auf den ersten Blick aus wie ein Flugzeugsimulator. Aber keine Sorge, wenn man sich die einzelnen kleinen Fenster wunschgemäß sortiert hat und hier und da ein wenig rum klickt, versteht man die Funktionsweise sehr gut. Wichtig ist das Hauptfenster mit der Ansicht beider Kameras in einer simultanen Wiedergabe. Das Bild der Heckkamera überlagert die Hauptkamera aber lässt sich mit gedrückter Maus verschieben. Beim Abspielen wird stets die aktuelle Geschwindigkeit im Diagram und in einem virtuellen Tacho dargestellt. Und natürlich auch die Position im GoogleMaps-Fenster. Mehr geht einfach nicht. Das lässt sich Dashcamviewer zwar bezahlen aber die Auswertung von bis zu fünf Dateien ist stets kostenlos! Zum Laden der Filme muss man in der Software einen “Film-Ordner” öffnen. Hier wählt man dann den “Front”-Ordner auf der Speicherkarte aus. Die Software ermittelt dann automatisch die dazugehörige Heckaufnahme und GPS-Daten.

Endlosaufnahme / Loop-Modus

Die Filme werden in Segmenten von je 1, 3 oder 5 Minuten Länge gespeichert. Und zwar so lange bis die Speicherkarte voll ist. Eine FullHD-Aufnahme mit 3 Minuten Länge ist etwa 330 Megabyte groß. Das muss man bei angeschlossener Heckkamera mal zwei rechnen. Auf einer 64 GB-Karte passen dann also ungefähr 2,5 Stunden Filmmaterial. Bzw. 5 Stunden bei 128 GB. Ist die Speicherkarte voll, wird die älteste Datei überschrieben. Daher nennt man dieses Verfahren Endlosaufnahme oder Loop-Aufnahme. Nun was passiert wenn eine wichtige Aufnahme entstanden ist? Wenn es zum Beispiel ein Unfall mit Kollision war, so registriert die Dashcam das Ereignis und schützt die Datei vor dem Überschreiben. Aber oft genug gibt es sicherlich auch ordnungswidrige Situationen ohne einen Unfall.

Dafür legt iTracker erstmalig eine kleine Fernbedienung bei. Diese montiert man sich einfach in die Nähe vom Lenkrad und auf Tastendruck wird ein Screenshot erzeugt und die laufende Aufnahme permanent gesichert. Nun kann man diese Funktion auch noch weiterführen. Datenschutzrechtlich ist das gesamte Dashcamthema in Deutschland ja sehr sensibel. Auf der sicheren Seite ist man eigentlich nur, wenn man anlassbezogen filmt und speichert. Das ist natürlich reichlich unrealistisch. Aber mit der Fernbedienung kann man dieser Forderung recht nahe kommen. Wenn man eine kleine Speicherkarte mit bspw. 2GB nutzt, so würden ja immer nur die letzten 6-12 Minuten gesichert werden. Also im Grunde wird alles überschrieben, wenn man mit der Autofahrt fertig ist. Mit der Fernbedienung kann man nun anlassbezogene Ereignisse vor dem Überschreiben sichern. Nur so als Idee… Natürlich kann man die Funktion auch direkt an der Dashcam auslösen aber in der Hektik die richtige Taste zu finden und zu drücken ist schon sehr herausfordernd.

Parkwächter-Funktion mit Hardwire-Kit

Als Hardwire-Kit bezeichnet iTracker den Kabelsatz zum Festeinbau. Normalerweise erfolgt die Stromzufuhr ja über den Zigarettenanzünder. Mit dem Hardware-Kit, das übrigens 1m länger ist als das normale Stromkabel, kann man nun die Dashcam direkt an den Sicherungskasten oder der Fahrzeugbeleuchtung klemmen. Dann kann die Dashcam nämlich auch filmen obwohl die Zündung aus ist. Das Hardwire-Kit besteht aus: schwarzes Kabel für die Masse, gelbes Kabel für Dauerplus und rotes Kabel für Zündungsstrom. Für die Verkabelung benötigt man also einen Kabeldieb oder man geht direkt in den Sicherungskasten. Bei Amazon gibt es entsprechende Adapter. Lasst das lieber von einem Fachmann machen!

Hardwire-Kit für Festeinbau

Ist die Montage geglückt, kann die Dashcam auch beim Parken filmen. Die Dashcam erkennt automatisch, wenn das Auto parkt. In den Einstellungen sollte man dann unbedingt bei der Parküberwachung die Option “Bewegungsgesteuert” wählen. Die Dashcam zeichnet durchgehend mit 720p (HD-Ready) auf aber nur 2 Bilder pro Sekunde (normal sind 30). Sobald aber eine Bewegung oder Erschütterung erkannt wird, zum Beispiel durch einen Dieb, schaltet die Dashcam um und zeichnet mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Das hat den Vorteil, dass wesentlich mehr Zeit auf die Speicherkarte passt. Zur Erinnerung: auf eine 128 GB Karte passen 5h FullHD-Videos. Das ist für eine Nacht natürlich zu wenig. Die Reduzierung auf HD-Ready-Auflösung und Bewegungserkennung erhöht den Zeitbereich auf mindestens 10 Stunden.

Zuverlässigkeit und Qualität

Die iTracker-Mini-Dashcams haben in der Vergangenheit immer wieder für schlechte Kritik gesorgt. Es war keine Seltenheit, dass diese ausfielen oder Aufnahmen nicht mehr lesbar waren. Viele Probleme wurden mit neuen Firmwares gelöst aber das kleine, kompakte Design und die verbauten Komponenten waren einfach zu anfällig für dauerhaften Betrieb. Nun was hat sich geändert? Einiges!

  1. Der Akku wurde durch einen Kondensator ersetzt. Ein Kondensator kennt keinen Memoryeffekt und ist nicht so Temperaturanfällig wie ein Akku. Auf dieses Prinzip setzt Blackvue schon seit Jahren und die Dashcams sind sehr zuverlässig.
  2. Die Kontakte zur Klebehalterung wurden erneut überarbeitet und sitzen jetzt richtig fest.
  3. Die enorme Speicherkapazität beim Vorgänger von maximal 2x 128 GB durch zwei Speicherkartenslots wurde entfernt. Das Speichermanagement von zwei Slots war früher ein ständiges Problem. Das gibt es jetzt nicht mehr. Jetzt kann man “nur” noch eine Speicherkarte mit maximal 128GB einführen. Aber das ist auch mehr als genug!
  4. Auf SuperHD-Auflösung wurde verzichtet und man setzt dafür auf FullHD – und zwar für beide Dashcams. FullHD genügt im Endeffekt auch aus, um alle wichtigen Details zu erkennen. Die hohe Auflösung in der Vergangenheit hat immer wieder für Überhitzungsprobleme gesorgt.

All diese Maßnahmen sollten Ausfälle und Überhitzungsprobleme auf ein Minimum reduzieren oder gar abschalten. Ich bin auf euer Feedback in den Kommentaren gespannt!

Moment mal – eine Dashcam ohne Akku?! Ja richtig gelesen. Obwohl es noch unglaublich viele Anwender gibt, die sich idealerweise eine Dashcam mit gefühlten 20 Tagen Akkulaufzeit wünschen, kommt die mini 0906 ohne Akku aus. Fakt ist, dass es keine akkubetriebene Dashcam am Markt gibt, die länger als zwei Stunden durch hält. Es bringt einfach keine Punkte, die Dashcam jedes Mal rauszunehmen um sie aufzuladen. Das wäre zu umständlich und man läuft Gefahr, sie zu vergessen. Eine Dashcam sollte stets im Auto bleiben und mit Strom versorgt werden. Ob nun über die Zündung oder Dauerplus ist dann jedem noch mal selbst überlassen. Nur so geht das Konzept der Autokamera auf. Daher kann man auf einen Akku getrost verzichten.

Mini0906 Bildqualität

Ich empfinde die Bildqualität als recht schwankend. Insgesamt ist sie gut bis sehr gut. Aber bei schlechtem Wetter gepaart mit Dunkelheit ist das Bild ziemlich verrauscht. Ich habe mich bemüht Screenshots in jeder Situation anzufertigen. Im Stand und bei Tageslicht liefert sie natürlich die besten Ergebnisse und dann sieht das Bild auch hervorragend aus. Aber bei schnellen Bewegungen neigt sie zum Verrauschen. Insgesamt aber immer noch überdurchschnittlich gut!

Mini0806-S oder Mini0906?

iTracker sieht die 0906 nicht als Nachfolgemodell der 0806-S sondern als alternatives Produkt. Denn die 0806-S hat einen besseren Prozessor, eine höhere Auflösung und liefert daher auch eine etwas bessere Bildqualität ab. Die 0906 ist einfach für Kunden gedacht, die sonst immer zwei Dashcams benutzt haben – nämlich für vor und hinten. Wenn man also keine Heckkamera braucht, sollte man zur 0806-S greifen.

 

Fotos iTracker mini0906:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit iTracker mini0906


Sehr gut ausgestattete Dashcam mit guter Bildqualität, die nun auch nach hinten filmen kann. Dies ist nicht nur beim Fahren nützlich sondern auch zur Überwachung beim Parken geeignet!

Man erhält das Gerät aktuell für EUR 159,95 bei Amazon.
Im Schnitt haben dort 827 Kunden 4.3 von 5 Sternen Sterne vergeben.



Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.